Dyskalkulie - Rechenprobleme seit der Grundschule

Beobachten Sie, wie Ihr Kind sich gegen das Rechnen sperrt? Sind die Hausaufgaben ein täglicher Kampf und bleiben Zahlen ein Buch mit sieben Siegeln? Dann liegt möglicherweise eine Dyskalkulie oder eine Rechenschwäche vor.

Unser Ansatz beruht darauf, Worte wie Dyskalkulie, Rechenschwäche, Lernstörung oder Therapie im Umgang mit den Kindern ganz zu vermeiden. Alle Schüler nehmen bei uns am gleichen Unterricht teil. Dass wir bei manchen dabei eigentlich eine Lerntherapie durchführen, bleibt ganz im Hintergrund.

Wichtig für die meisten Kinder ist es erst einmal, die Freude am Rechnen und den Glauben an die eigenen Fähigkeiten zurückzugewinnen. Behutsam entwickeln wir daraus dann Fleiß und Interesse am Schulstoff.

In der Regel stellen sich bereits nach einem halben Jahr deutliche Erfolge ein. Nach einem Jahr haben die meisten Schüler wieder festen Boden unter den Füßen. Sie können dann dem Schulgeschehen wieder aus eigener Kraft folgen.

Sprechen Sie uns gerne auf ein persönliches Gespräch oder eine kostenlose Probestunde an. Wir nehmen uns gerne die Zeit. Oder lesen Sie hier weiter über die theoretischen Hintergründe.

   

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Offizielle Definition von Dyskalkulie

Nach der offiziellen Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation bezeichnet Dyskalkulie "eine Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie oder Differential- und Integralrechnung benötigt werden."

 

Dyskalkulie:
Probleme mit den Grundrechenarten bei ansonsten normal bis überdurchschnittlich ausgebildeten Fähigkeiten

 

Für Kinder mit einer Dyskalkulie sind Zahlen leere Symbole oder Punkte auf einem Zahlenstrahl. Da sie mit den Zahlen keine Mengenvorstellung verbinden, geht der Rechenunterricht von Anfang an an ihnen vorbei. Sie bündeln die Mengen nicht zu sinnvollen Teilmengen, sondern gehen meist zählend vor.

 

Woran erkennt man eine Dyskalkulie?

Oft wird eine Dyskalkulie erst in der zweiten oder dritten Klasse erkannt, wenn nämlich die Aufgaben nicht mehr schnell genug über reine Zählstrategien oder Auswendiglernen gelöst werden können. Es gibt eine Anzahl typischer Probleme, die auf eine Dyskalkulie verweisen:

  • Das Kind rechnet auch über das erste Schulhalbjahr hinaus rein zählend. Dabei werden meist Zählhilfen, oft die Finger, verwendet.
  • Die Rechengeschwindigkeit ist gegenüber Mitschülern deutlich geringer.
  • Der Bausteincharakter von Zahlen wird nicht erkannt: 9+1=10 hilft nicht bei der Lösung der Aufgabe 10-1.
  • Das Rückwärtszählen bereitet Probleme.
  • Der Vergleich und das Sortieren von Mengen kann schwierig sein.
  • Der Zehnerübertritt (7+6 oder 23-9) stellt die Kinder vor eine unüberwindbare Hürde.
  • Verdrehungsfehler wie 20+3=32 sind häufig.
  • Rechenfehler um eins sind häufig: 12+5=18
  • Analogien werden nicht erkannt: 1+3=4 hilft nicht bei der Aufgabe 11+3.
  • Bei älteren Grundschülern: 428 minus 216 funktioniert gut, 401 minus 2 wirft große Probleme auf.
  • Alltagsübliche Messvorgänge (Zollstock, Waage, Uhr, Thermometer etc.) können nicht zuverlässig ausgeführt werden. Das Kind vermeidet Situationen, in denen die Unsicherheiten sichtbar werden.
  • Textaufgaben werden kaum verstanden.
  • Das Erlernen der Uhr ist ein großes Problem.
  • Der Umgang mit Geld ist mit großen Unsicherheiten verbunden.
  • Diese Probleme bleiben auch trotz intensiven Übens bestehen.

Wenn mehrere der folgenden Probleme für Ihr Kind charakteristisch sind, dann liegt möglicherweise eine Dyskalkulie vor.

 

Es gibt klar erkennbare Symptome einer Dyskalkulie. Ab der zweiten Klasse ist die Sachlage meist eindeutig erfassbar.

 

 

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Lerntherapie Dyskalkulie

 

Als diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainer unterrichten wir auf Grundlage des EÖDL.

 

Bei der Arbeit mit der Goldwaage werden Zahlen mit spürbaren Größen verbunden.

Liegt bei ernsten Problemen immer eine Dyskalkulie vor?

Ganz klar: nein. Die Ursachen für länger anhaltende Probleme mit den Grundrechenarten können vielfältiger Natur sein. Können organische Probleme wie zum Beispiel Fehlsichtigkeit oder Schwerhörigkeit ausgeschlossen werden, so können unter anderem vorübergehende Probleme mit der Situation in der Klasse, ein Umzug oder generelle Lernprobleme in Betracht kommen. In solch einem Fall könnte der Schüler den Stoff durchaus mit den schulüblichen Erklärungsweisen verstehen. Man spricht dann von einer Rechenschwäche. Eine spezielle Lerntherapie ist damit nicht notwendig, oft genügt eine qualifizierte vorübergehende Nachhilfe. Großer Wert ist jedoch auf eine fundierte Diagnose zu legen, um nicht möglicherweise jahrelang erfolglos mit der falschen Methode zu arbeiten.

   

Der lerntherapeutische Ansatz bei Dyskalkulie

Der Ausgangspunkt meiner lerntherapeutischen Arbeit ist das EIS-Modell des US-amerikanischen Professors Jerome Bruner (geboren 1915). Mathematische Sachverhalte lassen sich nach Bruner sowohl handelnd (enaktiv), ikonisch (bildlich) als auch verbal beziehungsweise formal (symbolisch) darstellen. Erst wenn ein Kind zwischen diesen drei Darstellungsformen geschickt und problemlos wechseln kann, kann eine mathematische Fragestellung zufriedenstellend bearbeitet werden.

Bei dyskalkulen Kindern können eine oder mehrere der drei Teilfähigkeiten oder der Wechsel zwischen den Darstellungsformen beeinträchtigt sein.

Die konkrete lerntherapeutische Arbeit in der Lernwerkstatt orientiert sich am Stufenmodell des Schweizer Psychologen Hans Äbli (1923 - 1990). Zuerst muss über konkretes Handeln an realen Gegenständen eine innere Vorstellung von Mengen gefestigt werden. Abstrakte Konzepte wie Größenrelationen, Merkmalsklassifizierungen und Raumrelationen sind hier spielerisch und zunächst ganz ohne Zahlendarstellung zu erarbeiten. Über verschiedene Stufen der Verinnerlichung und Automatisierung wird dann schrittweise auf den Umgang mit abstrakten Zahl- und Rechensymbolen hingearbeitet.

 

Das abstrakt mathematische Denken mit Symbolen muss schrittweise von der konkreten Handlung her entwickelt werden.

 

 

 


Strukturiertes Zahlenmaterial hilft jüngeren Kindern beim Aufbau der Mengenvorstellung.

Folgeprobleme einer Dyskalkulie

Viele Sachaufgaben aus den Nebenfächern bauen auf einem Verständnis der mathematischen Sachverhalte auf. Der Umgang mit Tabellen, Graphen und Diagrammen, die Himmelsrichtungen, das Erfassen von Zeiträumen, Maßstäben und  Formeln finden sich in Fächern wie Physik, Erdkunde, Geschichte, Biologie und so weiter.

Obwohl viele Kinder am Anfang der Grundschule eine große Begeisterung für den Schulstoff mitbringen, erlischt das Engagement letztendlich, wenn die Beurteilungen und Noten dauerhaft unbefriedigend bleiben. Situationen, die ein Rechnen erfordern werden zunehmend gemieden und die Schule selbst kann zu einer Quelle dauerhafter Angst werden.

 

Eine nicht überwundene Dyskalkulie beeinträchtigt den Schulerfolg nicht nur in der Mathematik, sondern auch in Nebenfächern.

 

Sind die Noten selbst zu einer Ursache der Rechenprobleme geworden, benötigen die Kinder einen Freiraum von dem ständigen Bewertungsdruck, um aus dem Teufelskreislauf herauszukommen. Dies sollte zwischen den Eltern, dem Lerntherapeuten und der Schule abgesprochen werden.

 

 

Stärken und Interessen einbinden!

Kinder mit einer Dyskalkulie durchleben oft einen langen Leidensweg. Manchmal werden die Ursachen ihrer Probleme erst in der dritten oder vierten Klasse erkannt oder ernst genommen. Dann drängt bereits die Frage nach der weiterführenden Schule. Teilweise kommt es auch noch vor, dass Lehrer oder Eltern nicht eine Dyskalkulie sondern eine falsche Einstellung oder fehlendes Bemühen der Kinder verantwortlich machen. Kinder mit einer Dyskalkulie entwickeln deshalb oft eine ausgeprägte Sekundärsymptomatik. Als Sekundärsymptome bezeichnet man die sozialen und psychischen Folgen einer unbehandelten Dyskalkulie. Vor allem sind hier ein angegriffenes Selbstwertgefühl und Schulängste zu nennen. In der Anspannung, den täglichen Anforderungen zu genügen, geht dabei oft der Blick für die Stärken und Interessen dieser Kinder verloren.

Die Erfahrung zeigt, dass dyskalkule Kinder oft Fähigkeiten im musischen, handwerklichen oder gestalterischen Bereich besitzen. Vielfach zeigen sie auch ein ausgeprägtes Interessen an Sachthemen sowie eine lebendige Neugier an der Entdeckung der Welt - das schließt auch mathematische Sachverhalte mit ein! Solche Stärken und Interessen auf eine lebensnahe Weie erfahrbar zu machen stellt einen wesentlichen und sehr wichtigen Teil der Arbeit in der Lernwerkstatt dar.

 

 

Basteln, hier von Häusern und Tischen vermittelt den Jüngsten ein Gefühl für Zahlen und Größen.

Was kann ich bei einem Verdacht auf Dyskalkulie tun?

Ist der Lernfortschritt bei den Grundrechenarten deutlich verzögert gegenüber den Mitschülern und sind keine Gründe für die Probleme bekannt, dann muss eine Dyskalkulie in Betracht gezogen werden. Wenden Sie sich an qualifizierte Therapeuten und Lehrer.

Und vor allem: Informieren Sie sich, lesen Sie über Dyskalkulie. Vieles werden Sie an ihrem Kind wiedererkennen und darüber ein neues Verständnis für die möglichen Probleme bekommen. Die eigene Sachkenntnis ist aber auch wichtig für die Auswahl der richtigen Förderung. Über das Jugendamt der Stadt Aachen erhalten Sie unter Umständen auch eine finanzielle Unterstützung von Fördermaßnahmen.

Bei Verdacht auf eine Dyskalkulie bietet die Lernwerkstatt folgendes Vorgehen an:

  1. Persönliches Erstgespräch mit den Eltern am Telefon oder per Mail
  2. Kostenlose Probestunde: Wir lernen lernen das Kind kennen, Sie lernen uns kennen
  3. Ausführliches Beratungsgespräch mit Fördervorschlag

Sollte sich der Verdacht erhärten, können zunächst Einzelstunden vereinbart werden. Im Lerndialog mit dem Kind werden dann die mathematischen Denkstrukturen sichtbar und am Ende kann meist eine Aussage über das Vorliegen einer Dyskalkulie getroffen werden. Ein pädagogisches Gutachten sowie ein zweites Beratungsgespräch mit Empfehlungen und praktischen Hinweisen schließen die Diagnosephase ab.

Liegt eine Dyskalkulie vor, kann gemeinsam mit den Eltern und Lehrern ein langfristig angelegtes Förderprogramm angegangen werden.

 

Institutionen

Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V.

Arbeitskreis Lernforschung

Journal Kopf und Zahl

Legakids.net - Verständliche Infos

Zentrum für angewandte Lernforschung

Jugendamt der Stadt Aachen

Dyskalkulie auf Wikipedia

 

Praxistipps

Dyskalkulie Schülertipps

Dyskalkulie Elterntipps

Dyskalkulie Lehrertipps